Interview im Herbst 2016 mit "Onefit"

Hier unsere 10 Fragen an Susanne:

1. Wie sah dein erster Kontakt mit Yoga aus?

Volkshochschulkurs 1984.

2. Wie hast du dich danach gefühlt?

Super! Von hibbelig aufgekratzt auf ruhig und entspannt in 90 min.

3. War Yoga zu der Zeit etwas für Hippies und Aussteiger?

Ja, in meiner Generation noch vereinzelt. Die Mehrheit in den Yogakursen und auch in der Yogalehrerausbildung war damals weitaus älter als ich, meist Frauen, die schon lange Beruf und/oder Familie hatten.

4. Wie fand deine Mutter deinen Plan Yogalehrerin zu werden?

Gut. Sie merkte, dass die Yogapraxis mich wesentlich ausgeglichener machte und das war nötig und wurde gerne unterstützt. Allerdings war die Yogalehrerausbildung damals nicht als Hauptberuf gedacht. Es wurde sogar vom BDY (Berufsverband deutscher Yogalehrer) verlangt, dass man sein Geld durch einen Hauptberuf verdienen konnte. Yoga sollte eher Berufung sein, es ging nicht ums Geld verdienen, man sollte unabhängig sein und nicht gezwungen, sich womöglich anzubiedern, um viele Schüler zu haben.

5. Wieso Iyengar Yoga?

Iyengaryoga gab mir das Hintergrundwissen und die Techniken, die ich brauchte, um mit mir selbst und dann auch mit meinen Teilnehmern so zu arbeiten, dass ungünstige Haltungsmuster  wirklich verändert werden können, der Atem befreit wird und sich damit auch tiefere Veränderungen ergeben können.

6. Freust du dich über den Yogaboom der letzten Jahre?

Ja, es ist toll, wenn möglichst viele Leute Yoga machen! Und noch schöner ist es, wenn sie Yoga in ihren Alltag integrieren. Dann führt Yoga zu mehr Zentriertheit, weniger Konflikten mit anderen und zu der Fähigkeit kraftvoller, entschlossener und friedlicher zu handeln.

7. Bitte vervollständige den Satz: Eine gute Yogastunde ist....

wenn du aus dem Kopf heraus und in den Körper hinein gefunden hast. Eine noch bessere Yogastunde war es, wenn daraus mehr innere Klarheit und Sammlung entstanden ist und du deine tiefe Verbindung mit allem spüren konntest.

8. Welches Mißverständnis über Yoga ärgert dich?

Wenn ein so altes und umfassendes Lebens- und Übungskonzept wie Yoga mit anderen, neuen Techniken auf eine Stufe gestellt wird, so dass die Tiefe des Yogaweges für neu Interessierte nicht mehr erkennbar ist.

9. Was magst du am Unterrichten?

Dass es sinnvoll ist, dass es Positives bewirkt. Vielleicht einfach nur etwas Entspannung, vielleicht eine bessere Haltung oder weniger Schmerzen. Und Teilnehmer, die sich intensiver einbringen, profitieren für ihre gesamte Lebenshaltung, ebenso wie ich mir ein Leben ohne Yoga nicht vorstellen kann.

10. Würdest du wieder Iyengar Yogalehrerin werden?

Unbedingt!

 

Vielen Dank für das nette Gespräch und bis zum nächsten Mal!